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Die Leistungsträger – Hidden Champions der Zweiten Liga zur Winterpause

Im Laufe der Saison sind bis zur Winterpause 22 Spieler vorgestellt worden, die aus irgendeinem Grund sich als Schüsselspieler oder versteckter Held ihrer Mannschaft hervorgetan haben. Die Winterpause war daher ein guter Zeitpunkt, um sich ligaweit High-Performer und Auffällige herauszugreifen, um zu erklären, wodurch sich die Akteure hervorheben.

Benedikt Saller (SSV Jahn Regensburg)

Der 27-jährige Außenverteidiger ist in vielen defensiven Kategorien auffällig. So fängt keiner mehr Bälle ab als Saller und auch die allumfassende Kategorie „erfolgreiche Defensivaktionen pro 90 Minuten“ führt der gebürtige Münchner an. Nur Asger Sörensen vom FCN führt mehr Zweikämpfe gegen den Ball, niemand geht öfter ins Tackling. Zusätzlich taucht der Rechtsverteidiger aber auch in einigen Offensivkategorien wie Steckpässe, Pässe und Passgenauigkeit in Tornähe und Pässe in den Strafraum in der Spitzengruppe unter den Verteidigern auf. Wie wichtig Saller für den Jahn ist, zeigt sich auch hieran: Mit ihm gewann der Jahn sechs von 13 Spielen, ohne ihn nur eins von fünf.

Nicolas Gonzalez (VfB Stuttgart)

Der Argentinier ist das offensive Gegenstück zu Saller. Niemand mit mehr als 900 Einsatzminuten kommt auf einen besseren Wert in der Abteilung „erfolgreiche Offensivaktionen pro 90 Minuten“. Außerdem führt er die Liga in der Kategorie „Angriffsbeteiligung“ an, d.h. statistisch sind Angriffe mit seiner Beteiligung die gefährlichsten der Liga. Der Angreifer hat die meisten Ballberührungen im Strafraum zu verzeichnen, geht neben Fürths Branimir Hrgota am häufigsten ins Dribbling, spielt von allen Angreifern in der Liga die genausten Pässe in den Strafraum und ist nach Aues Testroet der Stürmer mit den meisten Pässen, die zu Abschlüssen führen. Gonzalez ist eine der Schlüsselfiguren, die Stuttgarts neuer Trainer, Pellegrino Matarazzo, einbinden muss.

Pascal Testroet (Erzgebirge Aue)

Der 29-jährige Stürmer ist der versteckte Passkönig der Liga. Gerechnet auf die Einsatzzeit spielt der gebürtige Bocholter nämlich die gefährlichsten Zuspiele. Niemand übertritt hier den Wert, den Testroet in Sachen statistisch zu erwartende Vorlagen erreicht. Doch damit nicht genug, Testroet spielt – wieder gerechnet auf die Einsatzzeit – auch die meisten Pässe, die zu Torabschlüssen führen. Auch bei kreativen Pässen ist er in der Zweiten Liga in der Spitzengruppe und das obwohl er nach Fürths Hrgota der Stürmer ist, der am häufigsten Vorwärtspässe spielt. Das ist insofern bemerkenswert, da Vorwärtspässe in der Regel häufiger abgefangen werden, also weniger genau sind.

Philip Kühn (VfL Osnabrück)

Der Keeper der Niedersachsen ist der Torwart in der Zweiten Liga, der den größten Anteil an Schüssen auf sein Tor pariert. 53 der 69 Schüsse, die auf den Kasten des 27-Jährigen gingen, wehrte er ab. Die 76,8 Prozent gehaltenen Schüssen sind Bestwert unter den Torhütern mit signifikanter Einsatzzeit. Dass er nicht nur einfach davon profitiert, dass er einfache Bälle zu halten bekommt, zeigt der expected Goals Wert der Schüsse aufs Osnabrücker Gehäuse, als Kühn im Tor stand.Rein statistisch hätte Kühn nicht nur 16 Gegentreffer erleiden, sondern mehr als 23 Mal hinter sich greifen müssen.

Philipp Hofmann (KSC) und Marc Heider (VfL Osnabrück)

Die beiden Angreifer bilden unterschiedliche Enden des Spektrums ins Sachen expected Goals ab. Während Ex-Fürther Hofmann bereits zehn Tore erzielt hat, er aber nach statistischem Erwartungswert nur auf 5,75 xG kommt, steht bei Osnabrücks Deutsch-Amerikaner in der Spalte „erzielte Tore“ noch eine dicke Null. Dabei ist sein xG-Wert mit 3,39 gar nicht so weit entfernt von dem Hofmanns. Der Schluss, dass beide vor allem natürlichen Schwankungen im Zufall unterliegen, legt ein Blick aufs Vorjahr nahe. Da erzielte Heider acht Tore und lag über dem Erwartungswert von 7,16, Hofmanns 11 Treffer lagen dagegen unter dem xG-Wert von 12,72.

Asger Sörensen (1. FC Nürnberg)

Der Däne des FCN taucht in den Statistiken tatsächlich relativ oft weit vorne auf, so führt er unter anderem die meisten Defensivzweikämpfe gerechnet auf die Einsatzzeit und ist der Verteidiger mit den meisten Treffern. In einer Statistik schlägt er jedoch sogar den zuvor erwähnten Philip Kühn. Er ist der einzige Spieler in der gesamten Datenbank, der eine Quote von gehaltenen Schüssen von 100% hat. Das Problem: Dieser gehaltene Schuss brachte Sörensen eine Rote Karte ein und ließ das Spiel des FCN bei Erzgebirge Aue kippen.

Der Artikel erschien in leicht veränderter Fassung am 24. Januar 2020 unter dem Titel „Die Leistungsträger“ im Nürnberger Stadtanzeiger, dem gemeinsamen Lokalteil von Nürnberger Nachrichten und Nürnberger Zeitung, auf Seite 36.

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