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Covid-19 – Auch im Sport ist der Fußball nur ein kleines Opfer

Die DEL hat als erste den Schritt gewagt, die BBL berät, weitere Ligen werden mit Sicherheit folgen. Die Entwicklungen um CoVid19 werden in vielen, wenn nicht allen, Sportligen zu abgebrochenen Spielzeiten führen. Obwohl mit Timo Hübers der erste Fußballprofi positiv auf den Virus getestet wurde, obwohl sein Verein, Hannover 96, wie auch der 1. FC Nürnberg, der Gegner vom vergangenen Freitag, Tests für alle Beteiligten angeordnet hat, denkt – außer Aues Präsident Leonhardt – keiner im Fußball an einen Abbruch der Saison.

Dabei ist der Fußball die einzige Sportart, die einen Saisonabbruch sicher überleben würde. Freilich würden Fans von Arminia Bielefeld rebellieren, Anhänger von Werder Bremen aufatmen, wenn die Saison 2019/20 annulliert würde. Natürlich hätten die Vereine finanzielle Einbußen. Zumindest im Profibereich würden sie aber wahrscheinlich überleben.

Anders in den Sportarten jenseits des Fußballs. Der Präsident der Telekom Baskets, Wolfgang Wiedlich, bringt es auf den Punkt: „Ich behaupte einmal, dass kein Nicht-Fußballclub es wirtschaftlich durchsteht, die restliche Bundesliga-Saison ohne Ticketerlöse zu bestreiten“. Die Folge der „Corona-Krise“ könnte also ein radikaler Kahlschlag in der Sportlandschaft jenseits des Fußballs sein. Die Folgen dessen wären tatsächlich kaum abzusehen.

Schon jetzt ist Deutschland in Sachen Medienpräsenz und Aufmerksamkeit ein Land, in dem Fußball das Monopol hat. Die Fußballstadien sind „unsere Tempel“ (Oliver Fritsch), und „Fußball scheint, im wahrsten Sinne des Wortes, die sozialen und emotionalen Orte der Religion zu besetzen“ (Christoph Bausenwein, Geheimnis Fußball, S. 446). Das ist an sich nicht verwerflich, es wäre fast widersprüchlich auf einer Seite, die dem Fußball und seiner Wirkung gewidmet ist, das zu behaupten.

Es führt aber dazu, dass die anderen Sportarten ein Schattendasein fristen. Nicht nur medial, nicht nur in der Berichterstattung, auch in der finanziellen Unterstützung. Jenseits des Fußballs halten sich viele Vereine nur durch Mäzenatentum oder große finanzielle Anstrengungen. Ein Saisonaus in Sportarten, die wie das Eishockey zu 70 bis 80 Prozent von Ticketeinnahmen leben (MOPO), stellt also einen so tiefgreifenden Eingriff dar, dass ihn wahrscheinlich nicht alle Vereine überleben werden.

Aus dieser Warte betrachtet sind Spielabsagen und Geisterspiele im Fußball ein kleines Übel und darüber hinaus gesamtgesellschaftlich unabdingbar. Gleichzeitig ist es aber vielleicht Motivation nach dem Ende der Krise rauszugehen und nicht nur Fußball zu schauen.

Weiterführendes zu COVID19 und warum Geisterspiele keine Hysterie sind: